Die Kastanienallee, laut dem Berliner Tagesspiegel die „möglicherweise hipste Meile Deutschlands“, ist bereits weit über die Grenzen der Hauptstadt hinaus bekannt.
Sie verbindet die pulsierende Mitte mit dem quirligen Szenebezirk Prenzlauer Berg.
Im kreativen Umfeld der unzähligen Bars, Cafes, Restaurants, Boutiquen und Galerien setzen internationale Künstler Trends, erschaffen hier die Originale für die multikulturellen Bohemiens, die aus aller Welt gekommen sind, um hier ein Stück Zukunft aktiv zu gestalten. Im elektrisierenden und vielsprachigen Umfeld der „ersten Adresse“ der Stadt entstehen nicht nur Mode, Literatur, Architektur und Medien von morgen, sondern auch Lebensstile und –modelle, die den sich verändernden Gesellschaftsstrukturen Rechnung tragen.
Die Kastanienallee wurde 1826 als Verlängerung des Weinbergswegs angelegt und erhielt ihren Namen nach ihrer Erstbepflanzung, den Rosskastanien, die damals als Alleebäume gepflanzt wurden. Zu DDR-Zeiten sollte die ganze Gegend zuerst entmietet und dann abgerissen werden, um ein ehrgeiziges Wohnungsbauprogramm durchzuführen. Dafür fehlten letztlich die nötigen finanziellen Mittel. In die teilweise leerstehenden Häuser zogen illegal, aber geduldet, junge Leute ein, die sich dort auch mit alten Ofenheizungen wohlfühlten und sich im weitesten Sinne als Künstler oder Lebenskünstler verstanden.Nach der Wende wurden die Häuser größtenteils saniert und modernisiert sowie Kriegslücken geschlossen. Die noch vorhandenen Bäume waren durch undichte Gasleitungen geschädigt. Sie wurden Ende der 1990er Jahre entfernt und auf kompletter Länge durch neue Kastanien ersetzt.Die Kastanienallee und ihre Umgebung wurden recht bald ein beliebtes Viertel mit vielen Cafes, Bars, Restaurants, Galerien und Boutiquen, der Boulevard selbst gilt mittlerweile als die Szenemeile Berlins. Im Berliner Volksmund wird die Kastanienallee wegen ihrer teils exklusiven Designerboutiquen samt entsprechendem Publikum scherzhaft auch „Castingallee“ genannt.
Zahlreiche Kunst- und Kulturangebote haben Mitte und den angrenzenden Prenzlauer Berg zu pulsierenden Quartieren unterschiedlichster Trends und Kulturen werden lassen, wo Sub- und Hochkultur zu einer spannenden Symbiose verschmelzen.